Gewässerprojekt Schornbach 2004

Die Arbeitsgruppe Remstal startete am 31. Januar mit dem Diavortrag „Lebensraum Bach” von Günter Künkele ihr neues Projekt „Schornbach 2004”. Im Rahmen des Projektes werden wir im gesamten Bachsystem des Schornbaches eine Gewässergütebestimmung durchführen. Eine andere Aufgabe wird die Kartierung des dortigen Fluss- und Bachkrebsvorkommens sein. Dass es im Oberlauf des Schornbachs noch europäische Fluss- und Bachkrebse gibt, gilt als sicher. Aber wie viel tatsächlich und in welchen Abschnitten, ist unbekannt. Wir hoffen, dies im Verlauf des Projektes herauszufinden. Auch weitere an Bächen vorkommende Tier- und Pflanzenarten werden kartiert (z.B. Eisvogel, Wasseramsel, Forelle, Feuersalamander, Orchideen usw.)

Die Gewässergütebestimmung erfolgt mit dem Saprobienindex. Darüber hinaus werden wir das Wasser auf PH-Wert, Nitrat und Nitrit-Wert, Härte-Grad, Temperatur und Verschmutzung durch Öle untersuchen. Das Projekt hat zum Ziel, das Gewässersystem des Schornbachs vollständig zu kartieren.

Am Ende des Projektes wird eine Gewässergütekarte für das Bachsystem erstellt. Auch eine Karte über das Bach- und Flusskrebsvorkommen soll entstehen. Je nachdem ob noch weitere interessante und seltene Tier- und Pflanzenarten gefunden werden, werden weitere Übersichtskarten erstellt. Nur wenn man weiß, wo noch seltene Tier- und Pflanzenarten vorkommen, kann man diese auch effektiv schützen.

Wir hoffen, mit diesem Projekt die Bevölkerung, besonders Jugendliche anzusprechen. Nur zusammen mit der an den Gewässern lebenden Bevölkerung kann man die letzten naturnahen Bachläufe und damit ihre einzigartige Tier- und Pflanzenwelt erhalten oder begradigte Bach- und Flussläufe wieder naturnah gestalten.

Dem Projekt wird sich ein Bach- und Flusskrebsprojekt anschließen. Bach- und Flusskrebse sind zum Überleben auf die kleinen Bachoberläufe mit alten Mühlen und kleinen Wehren angewiesen, da in diese Bachläufe der amerikanische Flusskrebs und andere eingeschleppte Krebsarten nicht einwandern können. Die eingeschleppten Krebsarten sind nicht nur größer und aggressiver als die heimischen Arten, sie haben auch die so genannte Krebspest mitgebracht. Diese Krankheit, gegen die die heimischen Krebsarten keinerlei Abwehr besitzen, hat schon gesamte Fluss- und Bachkrebspopulationen ausgelöscht. Wenn die Vorkommen der Krebsarten im Schornbach festgestellt sind, wird sich die Arbeitsgruppe Remstal weiterhin um die Populationen kümmern. Wir hoffen, damit den europäischen Fluss- und Bachkrebsbestand im Bachsystem des Schornbachs auf Dauer erhalten zu können.

Die einzelnen Phasen von „Schornbach 2004”:

In der ersten Phase wird das Bachsystem des Schornbachs in einen Ober- und Unterlauf aufgeteilt. Danach wird der Oberlauf in 8 Abschnitte und der Unterlauf in voraussichtlich 7 Abschnitte eingeteilt. In jedem Abschnitt werden mehrere Gewässergütebestimmungen an jeweils repräsentativen Stellen, die den jeweiligen Bachabschnitt abdecken, durchgeführt. Jeder Abschnitt wird auch nach Krebsen und anderen seltenen Tier- und Pflanzenarten durchsucht. Zunächst wird der Oberlauf des Bachsystems kartiert und zwar jeweils von den Quellen bis zur Mündung. Angefangen wird mit dem Abschnitt 1, das Quellgebiet des eigentlichen „Schornbachs”.

Die einzelnen Termine:

Der erste Termin ist Samstag, 14. April, Treffpunkt ist um 10.00 Uhr in der Karl-Wahl-Begegnungsstätte, bei der VHS-Schorndorf. Nach einer kleinen theoretischen Einführung in den Ablauf des Projektes und in den Bestimmungsschlüssel des Saprobienindex geht es dann gegen Mittag raus zur ersten Gewässergütebestimmung zum Abschnitt 1. Selbstverständlich gibt es ein gutes Vesper. Die Aktion wird am Nachmittag abgeschlossen sein. Wir hoffen auf zahlreiche interessierte Teilnehmer.

Die weiteren Termine stehen noch nicht fest und werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Karten zum Schornbach-Projekt sowie die ausführliche Erläuterung der einzelnen Abschnitte finden Sie auf der Web-Seite der BNAN-Arbeitsgruppe Remstal. Dort gibt es eine PDF-Datei über das Gewässerprojekt zum Herunterladen.