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Neues vom Gebiet Schopfloch in HayingenUnser Einsatz für die Natur lohnt sich!Am 14.10.2006 erschien im Reutlinger Generalanzeiger ein Artikel mit folgendem Text: Bereits seit Anfang September hat der Bund Naturschutz Alb-Neckar mit der alljährlichen ehrenamtlichen Pflege seiner naturschutzwürdigen Flächen in der Gemarkung Hayingen begonnen. Jeweils samstags werden die zwischenzeitlich durch die FFH-Richtlinie geschützten Wacholderheiden, Wiesen- und Heckenlandschaften gemäht und abgeräumt. Neben dem Großprojekt Schopfloch bei Hayingen stehen aber auch noch weitere Gebiete im Landkreis Reutlingen auf dem voll gestopften Terminplan der freiwilligen und engagierten Naturschützer. Unterstützt werden die BNAN-ler bereits seit zwei Jahren von einer Reutlinger Landschaftspflegefirma. Gemeinsam wurden bereits mehr als 1000 Arbeitsstunden investiert.
Nachdem sich bereits im letzten Jahr die ersten Früchte der Arbeit in Form von wieder entdeckten Pflanzen- und Tierarten eingestellt hatten, durften sich alle Besucher des Schopfloches während der gesamten Vegetationsperiode an mannigfaltigen Blütenaspekten und einem phantastischen und artenreichen Schmetterlingsflug erfreuen. Was ist in den letzten Jahren geschehen? Viel! Seit wir im Rahmen der Flurneuordnung große und zusammen hängende Flächen erwerben konnten, wurde im Schopfloch in regelmäßigen Abständen vom Pflegetrupp der Bezirksgruppe Reutlingen harte Arbeit geleistet. Als wohl schönsten Erfolg kann man den zunehmenden Artenreichtum und die herrlichen Blütenaspekte nennen. Über die gesamte Vegetationsperiode verteilt gibt es Blütenaspekte und Schmetterlingsflüge zu bestaunen. Exemplarisch seien hier die Blüte von Küchenschelle, Katzenpfötchen und später die der Orchideen zu nennen. Im Sommer folgt dann das Ochsenauge, um schließlich im Herbst von deutschem und Fransen-Enzian abgelöst zu werden.
Besonders ab Juni - an sonnigen Tagen - schwärmen Bläulinge und der Schwalbenschwanz aus, um sich am reich gedeckten Necktar-Tisch zu bedienen oder um einfach nur vor lauter Freude am Fliegen die aufsteigende Warmluft am Südhang zu nutzen. An solchen Tagen sind auch Feld- und Bergsandlaufkäfer auf Achse. An manchen Stellen herrscht ein regelrechtes Gewusel und man kann sich schon ganz schön erschrecken, wenn mit lautem Geschnarre und im letzten Moment, bevor unser Fuß sie erwischt, die rotflügelige Ödlandschrecke auf und davon fliegt. Auch die Vogelkundler können was erleben. Schon Anfang Mai lässt der Zilp-Zalp seinen charakteristischen Ruf erklingen, die Meisen tummeln sich, der Neuntöter geht auf die Jagd und nutzt die Schlehenhecken zur Aufbewahrung seiner Beute. Aus der Umgebung schauen ein paar Kolkraben nach dem Rechten.
Die Entwicklung des Gebietes Schopfloch Es war 2002, als wir das Erbe der Pflege des BNL-Trupps antraten. Deren umfassende Erstpflege ließ bereits erahnen, was die Sukzession bisher im Verborgenen gehalten hatte. In den vorangegangenen 20 Jahren ohne Beweidung hatte auch diese Halbtrockenrasengesellschaften das Schicksal der Verarmung an Artenvielfalt durch die aufkommende natürliche Verbuschung ereilt. Am Ende der Entwicklung hätte ein Buchenmischwald gestanden. In den nun folgenden Jahren entwickelte der Pflegetrupp Reutlingen unter der Leitung von Günter Gaßner ein komplexes Konzept zur Pflege der vereinseigenen Flächen. Grobziele der Pflege sind die dauerhafte Zurückdrängung der Sukzession und die Entwicklung der Halbtrockenrasen hin zum größeren Artenreichtum. Dazu gehört auch, dass die Flächen nicht völlig ausgeräumt werden, sondern Schatten spendende Einzelsträucher und -bäume stehen bleiben. Für die Hecken ist eine Verjüngung angestrebt und die Wiesen werden durch mehrjährige Verpachtung an einen Demeter-Landwirt hin zur artenreichen Blumenwiese entwickelt. Nach der Erstpflege stand zunächst aber die Nachpflege der wieder austreibenden Stubben und Strauchreste im Vordergrund und ist auch heute noch, nach nunmehr fünf Jahren Pflegeeinsatz in länger werdenden Abständen notwendig. So mancher Gast fragt sich sicher insgeheim, warum wir bei jedem Besuch auf unseren Flächen im Vorübergehen kleine Fichten und Kiefern aus dem Boden reißen. Wir machen dabei den Job den eigentlich die Schafe durch den Verbiss der Jungtriebe erledigen würden.
Heute steht fast immer das Mähen der Flächen auf dem Programm. Die durch Erst- und Nachpflege vorbereiteten Flächen werden in den folgenden Jahren in Abständen von zwei (bis drei) Jahren gemäht. Dabei kommt es darauf an, ein System aus Inseln wechselweise stehen zu lassen, um mehrjährigen Pflanzen wie dem Deutschen Enzian und der Golddistel die Möglichkeit zur Regeneration und zum Aussamen zu geben. Auch für Insekten, die in den Stängeln der Gräser und Stielen anderer Pflanzen überwintern, ist diese Vorgehensweise immens wichtig. Aktuelle Aktivitäten Wie wichtig die Kenntnis über die Besonderheiten und Artenausstattung eines Gebietes zur Optimierung seiner Pflege und Entwicklung ist, zeigt die aktuelle Bestandsaufnahme des Gebietskomplexes Hayingen (Digelfeld - Runder Burren - Schopfloch), unterstützt durch den Naturschutzfonds. Deutlich zeigen sich die Unterschiede in der Artenausstattung durch unterschiedliche Nutzung zwischen den drei oben genannten Gebieten. Damit bestätigen sich die Beobachtungen des BNAN, der dem Gebiet Schopfloch eine hohe Artenvielfalt in Flora und Fauna und ein komplexes System an Lebensräumen bescheinigt. Im Vergleich zum Digelfeld finden sich im Schopfloch wesentlich mehr Arten auf einer vergleichbar großen Fläche. Genaueres hierzu lässt sich den Untersuchungsergebnissen des Büros «Kramer, Koltzenburg und Westrich» und dem kommenden Pflege- und Entwicklungsplan entnehmen. Ausblick Durch den angestrebten Konsens der Projektbeteiligten und eine abgestimmte Pflegekonzeption für das Projektgebiet Schopfloch wird auch (aber nicht nur) für unsere Flächen eine verlässliche Basis für die Zukunft des Gebietes geschaffen. Mit Abschluss der Planungsphase und Beschlussfassung des «Naturschutzfonds Projektes Hayingen» im März 2007 wird eine neue Ära eingeläutet. Pflegemaßnahmen und Entwicklungsziele werden parzellenscharf festgeschrieben und sind verbindlich. Alle avisierten Maßnahmen für das Schopfloch können nach derzeitigem Stand vom Verein mitgetragen werden. Die Zukunft ist gesichert. Ein schöner Erfolg für diese Natur- und Kulturlandschaft und ihre Bewohner! Auch wir werden es genießen wenn wir draußen sind. Egal zu welcher Jahreszeit! Anschrift des Autors: Michael Scholles Obere Bismarckstraße 84 70197 Stuttgart 0711 / 8160339 meikelbikel@aol.com |