Bund Naturschutz Alb-Neckar e.V.
  

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Einzugsgebiet: Ostalb, Landkreis Göppingen, nördlicher Teil des Alb-Donau-Kreises

Internetseite: www.bnan-geislingen.de

Ansprechpartner:

Andreas Seidel
Seewiesenstraße 45/1
73329 Kuchen
Tel.: 07331 - 824696
E-Mail: seidelandreas66@aol.com

Weiher im Feuchtgebiet Turm

Die Bezirksgruppe Geislingen/Steige betreut mit regelmäßigen Pflegeeinsätzen ca. 10 ha Naturschutzflächen. Diese sind im wesentlichen Holzwiesen, xerotherme Wacholderheiden, Feuchtwiesen, Orchideenwiesen, Wiesenmoore, Kleingewässer und für die Alb typische Mähder.
Seit 1980 besitzt die BG Geislingen das Feuchtgebiet Turm, das mit dem in mehreren Stufen erweiterten Weiher sich zu einem Amphibienschutzgebiet mit einem bedeutenden Kammolch-
vorkommen entwickelt hat und zusätzlich wertvolle Daten zum lokalen Amphibienzug liefert.

Wiesenmoor im RoggentalInnerhalb des florengeschichtlich beachtlichen Naturschutzgebietes (NSG) Eybtal konnte im geologisch zu dem Weißjura zählenden Talgrund der jungen Eyb eine Feuchtwiese, welche dem Forstamt Geislingen gehört, durch einen Pachtvertrag in die Obhut des BNAN genommen werden. Durch langfristige und umsichte Schutz- und Pflegemaßnahmen konnte ein im wesentlichen natürlich ablaufender Prozess initiiert werden, der zu einer partiellen Umwandlung der Feuchtwiese mit ihren Hochstudenbeständen in ein Wiesenmoor führte. Dieser Prozeß wurde von Ludwig Walderich erkannt und seit einigen Jahren dokumentiert. Die Weiterentwicklung wurde durch zusätzliche Freistellungen des unmittelbar flankierenden Gehölzbestand in dem engen Tal wesentlich unterstützt. Einige talabwärts angelegte Weiher sind mittlerweile zu wichtigen Amphibienlebensräumen geworden.
Aufgrund von Bestrebungen, den Talgrund des NSG Eybtal als Fettweide und Großviehweide zu nutzen, besteht eine aktuelle ernsthafte Berohung, daß der Prozeß der Wiesenmoorgenese zerstört wird. Aus diesem Grund wurden die Pachtverträge erneuert, welche neben einer vergleichsweise guten Einflußnahme auch eine erhebliche Pflegeverpflichtung für die Aktiven des BNAN der BG Geislingen bedeutet.

Feldflorareservat in UnterböhringenDie Dreifelderwirtschaft, die sich nach der Völkerwanderung fast überall in Deutschland entwickelte, blieb auf dem Gebiet der Alb bis zum Aufkommen des Kartoffelanbaus die nor-
male bäuerliche Kulturform. Das Feld war «zelgisch» oder «dem Ösch nach» gebaut. Auf Feldern, die diesem Flurzwang unterworfen waren, wurde im ersten Jahr Winterfrucht, im zweiten Jahr Sommerfrucht angebaut, und das dritte Jahr, die Brache, diente zur Erholung des Bodens.
Von Anfang an gehörte die BG Geislingen zu den Initiatoren für den Erhalt einer ehemals reichen Segetalflora.
In einem Feldflorenreservat, das in Zusammenarbeit mit der Naturschutzbehörde angelegt wurde und in Anlehnung an die Dreifelderwirtschaft von einem Landwirt bewirtschaftet wird, konnte man in nun 20 Jahren Erkenntnisse und Erfahrungen gewinnen, die in Schutzprogramme für Ackerwildkräuter umgesetzt wurden. Zudem können aktuelle Gefährdungsursachen wie Herbizideinsatz und der Düngereintrag aktiv beeinflußt werden.

Osthang des Sielenwang bei AuendorfMit dem Osthang des Sielenwang bei Auendorf konnte die BG Geislingen den klassischen Standort erwerben, bei welchem ein ehemaliger Mähder an eine aufgelassene Schafweide angrenzt. Hier konnte bis heute das Sukzessionsstadium «Offene Wacholderheide» als Bezugsbasis zur Schafweide pflanzensoziologisch dargestellt werden. Die an vielen Orten der Schwäbischen Alb feststellbare Entwicklung, die zum einen durch die intensivere Nutzung des Grünlandes und damit dem Verlust von artenreichen Kalkmagerwiesen führte und zum zweiten mit dem Ende der Wanderschäferei aufgelassenen Schafweiden einen Standort zur Verfügung stellte, welcher von den bedrängten Arten der ungedüngten einmähdigen Wiesen als Rückzugsrefugium erobert wurde, ebenso auch von den Pflanzenarten der Steppenheide als Lebensraum in Betracht kam. Das Ergebnis ist ein ausgesprochen vielseitiges floristisches und faunistisches savannenartiges Biotop, das im Moment mehr in den Mitelpunkt der Artenschutzstrategie rückt und zu dessen Erhalt verschiedene Beweidungskonzepte entworfen wurden. Auch darauf sei in der entsprechenden Form hingewiesen, weil der Erhalt derartiger Flächen mit einem nicht unerheblichen finanziellen Aufwand verbunden sind. Bei einem Artenschutzverein ist dieser Aspekt im Gegensatz zum behördlichen Naturschutz zweitrangig.

Haarbergwiese im NSG WasserbergAuf dem Gebiet des NSG Wasserberg Haarberg konnte die BG Geislingen diesen Mähder erwerben. Als typische Hochlagenwiese war ein Küngertransport vor Erfindung des Kunst-
düngers dorthin nahezu undenkbar, und so konnte sich an dieser Stelle eine artenreiche Kalkmagerwiese entwickeln.
Ein weiterer Aspekt, der dieses Flurstück in seiner naturräumlichen Wertschätzung steigert, sind die beiderseits vorhandenen alten Baumhecken, die früher zur Brennholzgewinnung in regelmäßigen Zeitabständen genutzt wurden, und immer wieder auf den Stock gesetzt wurden.
Die historische Nutzungsform der Hochlagen, bedingt durch den Mangel an Ackerfläche im oberen Filstal, ist der kombinerte Feld-waldbau oder auch die Wechselfeldwirtschaft. So ist davon auszugehen, daß ursprünglich die Haarbergwiese als Egart bewirtschaftet und erst später mit der Einführung der Stallhaltung zum Mähder wurde.
«Allein 7/8 der Äcker liegen auf den Bergen und werden nicht gedüngt, sondern als Wechselfelder, die nach 15 bis 20 Jahren gebaut werden, benutzt.» (Göppinger Oberamtsbeschreibung von 1844)
Auf Wechselfeldern wurde Dinkel, Hafer, Einkorn, Haidkorn und Sommergerste angebaut. Als Brotfrucht - nur für den Bedarf an Hausbrot und Stroh zum Garbenbonden - baute man Weizen an. Der nicht unerhebliche Ertrag der Hecken an Nüssen und Früchten sowie die vielfältige Holznutzung verbesserte das Einkommen der Bauernfamilien.

Die Bezirksgruppe Geislingen ist übrigens auch im Arbeitskreis Göppingen des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg aktiv. Auf der Internetseite des Arbeitskreises finden Sie weitere Informationen.

Last but not least gibt die BG Geislingen für ihre Mitglieder ein Jahresheft mit einer lokalen und regionalen Berichterstattung zu den geleisteten Pflegemaßnahmen, Exkursionen, Blumenwanderungen und Vorträgen heraus.
Ein wesentlicher Teil sind die Beobachtungen zu den Amphibien-
wanderungen besonders im Bereich von unserem Feuchtgebiet Turm.
Ein wichtiger inhaltlicher als auch wissenschaftlicher Teil ist die botanische Dokumentation von unseren Grundstücken, aber auch von wichtigen Biotopen wie den Felsen im Bereich der Filsalb mit den dort zu findenden Steppenheiden und der glazialen Reliktflora.

Die Termine der Veranstaltungen der Bezirksgruppe Geislingen finden Sie auf der Programmseite.